Es ist wirtschaftlich, die Lebensdauer von Assets zu nutzen und zwar auch bei Software-Assets. Zudem lässt sich in diesem Business im Einkauf auf Unternehmensseite einiges an Geld einsparen – auch in der vermeintlichen „Cloud-First-Ära“. Geopolitische Entwicklungen, der laute Ruf nach Digitaler Souveränität und allgemeine Umbruchstimmungen prägen die aktuelle Diskussion, auch oder allen voran, wenn es um Cloud und Software geht.
Im Interview mit der ITBusiness nimmt Björn Orth, Geschäftsführer der VENDOSOFT Stellung zur aktuellen Diskussion:
„Gebrauchtsoftware wird totgeredet, seit es die Microsoft Cloud gibt – und ist doch immer noch da“, blickt Björn Orth, Geschäftsführer bei VENDOSOFT, süffisant zurück. Das sagt aus seiner Sicht eigentlich alles. Der Mittelstand folgt demnach nicht einfach einem Narrativ. In vielen Betrieben wird vielmehr noch gerechnet und erkannt: „Gebrauchte Microsoft-Lizenzen kommen einfach günstiger als die meisten Online-Pläne“, so der Vendosoft-Chef. So langsam würden sich auch die Berichte von Unternehmen mehren, die in die Cloud gegangen sind und dabei erlebt haben, was es bedeutet, sich dort zu stark zu binden: hohe laufende Kosten, wachsende Abhängigkeiten, schrumpfende Budgets. Das schwächt demnach den Cloud-Hype genauso wie die neu entflammte Frage nach der Datensouveränität, die laut Orth mit Fragen einhergeht: Wo liegen meine Daten? Wer kann im Zweifel darauf zugreifen? Wie sicher ist ein „Hosted in Europe“-Versprechen, wenn es von amerikanischen Hyperscalern kommt? Voll auf Online-Dienste zu setzen, ist heute laut Orth keine reine IT-Frage mehr – sondern eine strategische Entscheidung, so der Manager. Er hält deshalb nicht „Cloud first“, sondern „Cloud right“ für „die wirtschaftlich, funktional und sicherheitstechnisch smartere Lösung“. Doch was bedeutet das in der Praxis? Die Antwort liegt meist im hybriden Ansatz. Und schon sei man bei „neu versus gebraucht einkaufen“ angekommen, also im Gebrauchsoftwaremarkt.